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Jeff Kinney ist Onlinespieleentwickler und -designer. Er ist in Washington, D.C., aufgewachsen und zog 1995 nach Neuengland. Er lebt mit seiner Frau Julie und seinen beiden Söhnen Will und Grant im Süden von Massachusetts, USA. „Gregs Tagebuch“ ist sein erstes Buch.Jeff Kinney



Ein Interview mit Jeff Kinney

Jeff, beschreibe doch bitte einmal dein neues Buch.
„Gregs Tagebuch“ ist mein erstes Buch, und es ist die Erfüllung eines Lebenstraums. Ich wollte schon immer Comic-Zeichner werden. Und bei „Gregs Tagebuch“ habe ich ein bisschen mit den Stilen gespielt und Comics mit „traditionellem“ Text gemischt. So entstand der Comic-Roman „Gregs Tagebuch“. Im Buch geht es um den Schüler Greg Heffley, der sehr von sich überzeugt ist, aber seine eigenen Macken nicht wahrnimmt.

Woher hast du all die Ideen für „Gregs Tagebuch“? Sind das alles wahre Geschichten aus deiner eigenen Kindheit?
Fast alle Geschichten aus „Gregs Tagebuch“ habe ich in meiner Kindheit selbst erlebt. Ich habe fast vier Jahre damit verbracht, mir all die lustigen Erlebnisse und Begegnungen meiner jungen Jahre wieder in Erinnerung zu rufen und aufzuschreiben. Die Geschichten im Buch entsprechen zwar nicht eins zu eins der Wirklichkeit, aber trotzdem sind sie in gewissem Sinne „wahr“.

Was ist deine Lieblingsgeschichte?
Illustration aus dem Buch Als ich acht oder neun war, hat mein älterer Bruder Scott mir einen Streich gespielt. In der ersten Nacht in den Sommerferien hat er mich mitten in der Nacht aufgeweckt. Er hatte seine Schuluniform an und seinen Rucksack dabei. Er hat mir erzählt, dass ich den ganzen Sommer verschlafen und sogar unseren Familienausflug nach Disneyworld verpasst hätte. Dann sagte er mir, dass ich glücklicherweise pünktlich zum ersten Schultag wieder aufgewacht sei. Also habe ich mich für die Schule angezogen, bin runtergegangen und habe mir Frühstück gemacht. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich gebraucht habe, um festzustellen, dass es erst zwei Uhr morgens war. Dies ist eine der Geschichten im Buch.

Haben die Figuren im Buch reale Vorbilder?
Illustration aus dem Buch Ja, fast alle Figuren in der Geschichte haben ihre Vorbilder im echten Leben, aber manche sind auch zusammengesetzt aus verschiedenen Leuten, die ich kenne. Gregs Brüder zum Beispiel sind meine echten Brüder, aber Rupert ist eine erfundene Figur, für die ich eine Menge Charaktereigenschaften verschiedener Freunde verwendet habe.

Wie findet deine Familie das Buch?
Das ist eine heikle Frage! Ich glaube schon, dass meine Familie das Buch sehr mag, obwohl es manchmal sicher merkwürdig für sie ist, es zu lesen. Ich mixe im Buch ja wahre Geschichten mit erfundenen und so verwische ich die Grenze zwischen Fiktion und unserer echten Familiengeschichte.

Es ist sicherlich auch merkwürdig für meine Familie, ihre privaten Familiengeschichten veröffentlicht zu sehen. Illustration aus dem Buch Mein Bruder Patrick (alias Manni) ist Lehrer geworden, und in seinen Klassen passiert es oft, dass die Schüler über „Gregs Tagebuch“ sprechen, und damit sprechen sie ja eigentlich über seine eigene Kindheit. Es ist, als ob ich ein Fenster zu unserer Familie geöffnet hätte, durch das die ganze Welt uns beobachten kann.

Ich habe allerdings auch noch eine ältere Schwester, die zu keiner Figur im Buch wurde. Und ich glaube, sie ist sehr glücklich darüber, nicht in „Gregs Tagebuch“ vorzukommen.

Greg scheint ständig in Schwierigkeiten zu geraten. Magst du ihn eigentlich als Person?
Das ist eine großartige Frage! Als ich das Buch geschrieben habe, hatte ich so meine Probleme mit der Tatsache, dass er nicht gerade eine liebenswerte Person ist. Illustration aus dem Buch In den meisten Büchern ist der Protagonist ein Sympathieträger, aber Greg hat nicht gerade viele versöhnliche Eigenschaften. Ich hoffe, dass den Lesern die Geschichte trotzdem gefällt.

Aber seine Figur ist durchaus lernfähig. Seid also nicht überrascht, wenn Greg sich am Ende der Geschichte verändern wird.

Was magst du lieber: schreiben oder Comics zeichnen?
Ich habe mit beidem so meine Schwierigkeiten. Leider bin ich ein sehr langsamer Zeichner und in „Gregs Tagebuch“ gibt es ja über tausend Illustrationen. Manchmal kommt der Spaß an der Arbeit da etwas zu kurz, wenn ich bedenke, wie lange ich für all die Illustrationen brauche. Ganz großen Spaß habe ich dann aber daran zu sehen, wie das Geschriebene und die Comics auf der Buchseite zusammengefügt werden. Es ist toll zu sehen, wie die Ideen aus deinem Kopf auf der Seite Gestalt annehmen.

Was tust du gern, wenn du nicht gerade schreibst oder zeichnest?
Ich habe ja auch noch einen „echten“ Beruf als Onlinespieleentwickler und -designer, den ich sehr mag. Außerdem unternehme ich gern etwas mit meinen Söhnen Will und Grant und natürlich mit meiner Frau Julie. Zweimal in der Woche gehe ich zum Volleyball, und dann bin ich auch immer für die neuesten Reality-Shows im Fernsehen zu haben.

Was wolltest du als Kind werden?
Illustration aus dem Buch Ich wollte schon immer Comic-Zeichner werden. Auch für Computer und Programmieren habe ich mich schon immer interessiert. Gewissermaßen bin ich also genau das geworden, was ich schon als Kind werden wollte.

Hast du als Kind Tagebuch geschrieben?
Illustration aus dem Buch Ich habe als Kind kein Tagebuch geführt, aber ich wünschte, ich hätte es getan. Das hätte das Schreiben von „Gregs Tagebuch“ viel einfacher gemacht! Aber vor etwa fünf Jahren habe ich angefangen, regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Ich habe damit begonnen, weil ich zu viel Zeit mit Fernsehen und Videospielen vergeudet habe und ich nichts für die Verbesserung meiner Fähigkeiten als Comic-Zeichner getan habe. Das Tagebuchschreiben hat mich dann zu „Gregs Tagebuch“ inspiriert. Mir gefiel das Spiel aus Worten und Bildern in meinem echten Tagebuch und da habe ich mir gedacht, dass es eine gute Idee wäre, in dieser Form eine fiktionale Geschichte über meine eigene Kindheit zu schreiben.

Ich würde jedem Kind empfehlen, ein Tagebuch zu führen. Die meisten meiner Freunde können sich leider an fast nichts aus ihrer Kindheit mehr erinnern. Auch wenn man nur für kurze Zeit ein Tagebuch führt, kann ich garantieren, dass man es sein Leben lang bewahren wird.

Hast du irgendwelche Ratschläge dafür, wie man ein Tagebuch schreibt?
Ja. Man sollte seine Einträge möglichst kurz halten, sodass nicht das Gefühl aufkommt, dass man jeden Tag so viel schreiben müsste. Wenn der Druck zu groß wird, hört man schnell wieder auf. Genau aus diesem Grund habe ich auch aufgehört, mein privates Tagebuch zu führen. Irgendwann war der Druck zu groß, immer schreiben zu müssen.

Heute gibt es ja ganz neue Möglichkeiten „Tagebuch zu führen“: Weblogs oder Blogs. Diese Blogs faszinieren mich. Die Kids können damit sozusagen ein „Tagebuch“ schreiben, das ihre Freunde und sogar Leute, die sie gar nicht kennen, im Internet lesen können. Wirklich einzigartig an diesen Blogs finde ich, dass sie es dem Verfasser ermöglichen, ein Publikum zu erreichen und Feedback zu bekommen. Feedback ist sehr wichtig für jeden, der schreibt, denn es ist ein enormer Ansporn. Wenn ich heute noch einmal anfangen würde, Tagebuch zu schreiben, würde ich das in Form eines Blogs machen. Der Nachteil dabei ist natürlich, dass das Ganze nicht privat ist. Manche Leute finden es vielleicht unangenehm, dass ihre persönlichen Gedanken von der Öffentlichkeit gelesen werden können.

Warum schreibst du ausgerechnet für Kinder?
Illustration aus dem Buch Ich schreibe für Kinder, weil ich finde, dass die interessantesten und witzigsten Geschichten in der Kindheit passieren. Als ich „Gregs Tagebuch“ geschrieben habe, hatte ich enormen Spaß daran, mit meinem jüngeren Bruder Patrick zu telefonieren und mich gemeinsam mit ihm an all die witzigen Storys aus unserer Kindheit zu erinnern. Ich finde, jeder sollte diese Geschichten aufschreiben.

Wenn du dir eine Geschichte aussuchen dürftest, in der du gern vorkommen würdest, welche wäre das dann? Und warum?
Das wären ganz sicher „Die Chroniken von Narnia“ und „Jurassic Park“. Beide aus ähnlichen Gründen. An „Die Chroniken von Narnia“ hat mich immer der Gedanke gereizt, dass es da eine magische Welt direkt hinter dem Kleiderschrank geben könnte. An „Jurassic Park“, dass ich eines Tages tatsächlich einem Dinosaurier begegnen könnte. Beides würde ich gern einmal mit eigenen Augen sehen!

Was ist das Schwierigste daran, ein Schriftsteller zu sein?
Das Schwierigste daran ist, kritisch gegenüber dem eigenen Text zu sein. Es ist sehr leicht, einfach alles aufzuschreiben, was einem so durch den Kopf geht. Und voilà, da ist das Buch. Aber das wäre dann sicherlich kein gutes Buch.

Ich musste mich bei „Gregs Tagebuch“ geradezu zur Besonnenheit zwingen. Ich habe viel zu schnell geschrieben und vieles von dem Material war nicht besonders lustig, wie ich dann feststellte. Bevor ich also mit dem richtigen Buch angefangen habe, habe ich dann erst einmal insgesamt 77 Ideenblätter geschrieben, und nur die besten Ideen davon sollten dann ins Buch kommen. Diese Ideensammlung und -sortierung hat insgesamt vier Jahre gedauert. 80 Prozent der ursprünglichen Ideen sind dabei im Papierkorb gelandet.

Was ist das Beste daran, ein Schriftsteller zu sein?
Illustration aus dem Buch Das Beste daran ist der Moment, in dem man das echte, gedruckte Buch in seinen eigenen Händen hält. Als ich noch aufs College ging, habe ich einmal ein Buch mit meinen Comics veröffentlicht. Ich werde nie das Gefühl vergessen, wie es war, das Buch zum ersten Mal durchzublättern.

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